Der Kopflose Weg
Eine Methode der Selbst-Erforschung
von Douglas Harding entwickelt
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DER KOPFLOSE KREIS

Erläuterungen von Richard Lang

Du bist der Eine, der die Vielen enthält.

Lass uns diese Behauptung überprüfen. Sieh, ob die folgende Beschreibung für dich wahr ist.

Stelle dich mit einigen Freunden (zwischen etwa drei und zehn) in einem Kreis auf.

Legt die Arme über die Schultern Eurer Nachbarn, so dass ihr nahe beieinander steht, und schaut dann hinunter.

Ihr schaut hinunter in einen Kreis von Körpern. Offensichtlich sind die Leute dort unterschiedlich, und jeder besetzt seinen eigenen Platz. Sie verschmelzen nicht zu ‚Einem’. Jede Person hat ihren eigenen Hintergrund und ihre eigene Geschichte, ihren Namen, ihr Alter, ihre Nationalität und so weiter. Dort sind wir getrennt und voneinander verschieden. Dort sind wir viele.

Sieh, wie dein eigener Körper über deiner Brust verschwindet. Du bist kopflos. Dein Körper tritt hervor aus dem Sein, aus räumlicher Bewusstheit. Du hast zwei Seiten – deine individuelle menschliche Seite da unten, und diese ausgedehnte, raumartige Bewusstheit oben am Kreis.

Beachte, dass die anderen Körper auch oberhalb ihrer Hüften oder der Brust dahinschwinden – in die gleiche raumartige Bewusstheit, in die sich dein Körper verliert.

Hier oben im Kreis gibt es nur genau einen Platz. Hier in dieser randlosen Bewusstheit gibt es keine Trennlinien.

Diese eine Bewusstheit gehört zu dir. Sie ist du – das innerste DU. Als dieses Bewusstsein enthältst du jeden Anwesenden. All diese Körper verschwinden in dein innerstes Sein und treten daraus hervor. Sie sind in dir. Dort sind wir viele, hier sind wir Eins.

Jeder von uns hat seine eigene spezielle Perspektive, eigene Gedanken und Gefühle. Das meiste davon bleibt anderen verborgen. Ich weiß nicht, was du denkst, noch kenne ich deine Vergangenheit. Vielleicht kenne ich noch nicht einmal deinen Namen. Genauso wenig weißt du, was ich denke, und so fort. Wir sind unterschiedlich und getrennt. Wir sind für den anderen ein Buch mit sieben Siegeln.

Aber oben im Kreis bist du nicht verschieden von mir, nicht vor mir verborgen. Hier sehe ich nicht nur, Wer ich wirklich bin, sondern auch Wer du wirklich bist, denn hier trennt uns nichts, hier ist nichts verschleiert und wird nichts zurückgehalten. Hier erkenne ich, dass du, so wie ich, offen bist, klar, still, grenzenlos...

Hier oben im Kreis, in der Stille des Seins, in dieser klaren unermesslichen Weite, dieser Einfachheit, lösen sich all unsere Unterschiede auf, jede Trennung ist überwunden – ohne die wertvollen Unterschiede, die sich da unten zeigen, zu leugnen oder aufzuheben. Das Eine hier oben hat Raum für jeden Standpunkt, für jedes Wesen.

Das Eine, Alleinige sein
Indem ich auf den Betrachter schaue, komme ich nach Hause zum Einen, Alleinigen, zu Dem, der ich wirklich bin. Da unten im Kreis bin ich einer unter vielen – andere stehen rechts und links von mir, neben mir, mit mir, vielleicht sogar gegen mich. Aber hier, über der Linie deiner Brust, gibt es keine anderen. Hier sind alle Spaltungen geheilt, alle Trennungen überwunden, hier ist alles Anderssein aufgelöst.

Hier, uns alle umfassend, ist das Eine im Innersten aller Wesen. Du bist dieses Eine.

Implikationen
Wenn ich davon ausgehe, dass ich nur bin, wie ich von Außen aussehe, und damit mein ausgedehntes inneres Sein übersehe, dann erachte ich alle anderen als außerhalb von mir, entfernt, nicht ich, sondern Anderer – und damit als potenziell bedrohlich. Ich konfrontiere sie mit meinem Gesicht, meiner Erscheinung, meinem Körper, meiner Nationalität, meinem Alter ... Konfrontation führt so oft zu Konflikten. Es ist eine ‚Ich und du’-Situation, ein ‚Wir und sie’-Szenario.

Welchen Unterschied macht es, wenn ich zu meinem räumlichen Selbst erwache? Ich bin mir unverändert darüber im Klaren, ein getrenntes Individuum zu sein – ich sehe meinen Körper getrennt von deinem, und ich weiß, dass meine Erfahrungen andere sind als deine. Aber ich bin mir auch bewusst, dass ich niemand und jedermann bin, dass ich das Eine bin, das alle Wesen beinhaltet. Nun erkenne ich, dass du nicht einfach „Anderer“ bist, du bist auch ich selbst. Dein Körper ist in meinem Sein, so wie mein Körper in meinem Sein ist – ich bin Kapazität für uns beide. Nun konfrontiere ich dich nicht mehr von Angesicht zu Angesicht, sondern enthalte dich: Raum zu Angesicht. Ich bin du.

In dem Maße, in dem ich diese Tatsache ernst nehme, wird diese Bewusstheit die Art ändern, wie ich mit ‚anderen’ umgehe – denn nun sehe ich, dass ‚andere’ auch ich sind. Wenn du zu dieser tiefen Wahrheit erwacht bist, wenn du diese tiefe Wahrheit einmal gesehen hast, dann bleibe bei ihr, kehre immer wieder zu ihr zurück, halte die Wahrheit wachsam in dir aufrecht, lebe beständig aus ihr und erforsche, was sie bedeutet. Achte darauf, wie sich die Art verändert, wie du auf andere reagierst. Genieße die wundervolle, unglaubliche Entdeckung, dass andere auch du selbst sind!

In einer belebten Bahnhofshalle, in einem Café, bei einer Party, im Büro, zu Hause, im Supermarkt – wo immer ich bin, kann ich mir bewusst werden, dass ich jeden und alles enthalte und aufnehme. Wie intim! Wie tief! Wie bewundernswert! Wie umwälzend! Wie wahr!

Erwache zu dieser inneren Einheit mit allen Wesen und genieße sie!

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Zitate

Ihr sollt wohl unterschieden sein nach der leiblichen Geburt; in der ewigen Geburt aber sollt ihr eins sein.  Eckhart

Wir sind alle mehr oder weniger krank, bis wir durch Selbsterforschung herausfinden, dass wir Eins mit allen anderen sind. D.E. Harding

Man ist der Alleinige nicht durch Ausschluss sondern durch Aufnahme. D.E. Harding

Hier senken wir Unterschiede ab – oder besser, wir sinken herab und lassen unsere Unterschiede weitertreiben. D.E. Harding

Wenn er erwacht und niemanden im Haus sieht außer sich selbst, dann sagt er: ‚Ich bin, und es gibt niemand anderen als Ich.’ Rumi

Wende dein Gesicht deinem eigenen Gesicht zu: du hast keinen Verwandten außer dich selbst. Rumi

Ich bin allein. Ich bin der höchste Brahmane. Ich bin der Herr des Universums. So ist die überlieferte Weltanschauung der Mukta. Jede andere Erfahrung führt zu Unfreiheit. Devikalottara

Angst kommt, wenn eine Sekunde Zeit ist. Brihadaranyaka Upanishad

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Kommentare

Möchte Euch berichten, wie ich reagierte, als ich zum ersten Mal das Bild des Kopflosen Kreises sah. Im selben Augenblick schaltete mein Bewusstseinszustand von gewöhnlichem Sehen („normales“ Objekt-Bewusstsein) auf kopfloses Sehen (Bewusstsein der Leere) um. Es war dramatisch! Ich konnte den Wechsel geradezu fühlen. Ich nehme an, die beiden Zustände haben tatsächlich unterschiedliche Gefühlsinhalte. Im kopflosen Sehen war ich mir nur bewusst, dass ich bewusst war. Ich fühlte mich groß, zentriert, friedvoll, überall präsent. Es dauerte ein bis zwei Minuten. Spätere Blicke auf das Bild des kopflosen Personenkreises riefen die kopflose Bewusstheit wieder hervor, aber es dauerte länger, sie auch zu fühlen.

Ich habe nun das Bild des kopflosen Kreises von der Vorderseite der Workshop-Broschüre ausgeschnitten, eingerahmt und auf meinen Schreibtisch gestellt.

Wiederholtes Anschauen des Bildes während des Tages hilft mir, das kopflose Sehen in einen permanenteren, vertrauteren Bewusstseinsmodus zu zementieren. R.B. Südafrika

Was war meine unmittelbare Reaktion, als ich diese Zeichnung (den kopflosen Kreis) sah? „Der zehnte Mann ist der abwesende Betrachter.“ Ich spiele dieses Spiel oft in Gesellschaft, egal ob drei oder zehn Leute anwesend sind! Der Kreis wird vergrößert oder verkleinert je nachdem, wie viele da sind. Wer und was ich bin ist, wie Douglas es so klar ausdrückt, „dieses Verschwinden zugunsten anderer.“ R.N. Südafrika

Ich fand das Experiment, einen Kreis zu bilden, sehr interessant, obwohl es so einfach ist. Dieses Experiment machen wir gewöhnlich am Ende unserer Treffen, manchmal jedoch, wie gestern, am Anfang. Wir versammeln uns dabei in einem Kreis, legen die Arme auf die Schultern unserer Nachbarn, und schauen dann zunächst nach unten auf all die Beine, die wie Kleidungsstücke auf einer Wäscheleine aufgereiht sind. In diesem Experiment scheinen meine Beine mir nicht mehr als irgendeinem anderen Teilnehmer zu gehören, und überdies gehört auch das Bewusstsein für all die Beine nicht speziell mir! Erstaunlich! Dann heben wir unsere Köpfe und betrachten all die Köpfe – wobei natürlich einer fehlt. Muss das Bewusstsein dann meines werden und nicht das von jemand anderem? Es ist sehr verblüffend! R.W. U.S.A.

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