Der Kopflose Weg
Eine Methode der Selbst-Erforschung
von Douglas Harding entwickelt
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UNTERM STRICH

Erläuterungen von Richard Lang


bottom line 1Offensichtlich bist du für andere nicht kopflos! Du stehst genauso da wie alle anderen: dein Kopf ist oben, dann kommt dein Rumpf, gefolgt von deinen Beinen und den Füßen ganz unten.
 
Aber prüfe deine eigene Perspektive – bist du anders?

Ja, in der Tat!

bottom-line-2Von meinem Standpunkt aus ist mein Körper kopflos. Er ist außerdem umgedreht, mit meinen Füßen oben in meinem Gesichtsfeld, über dem Rest meines Körpers! Unter meinen Füßen sehe ich meine Beine, und darunter meinen Bauch und dann meine Brust – die dann verschwindet. Hier am unteren Ende meines Blickfelds ist der Bereich ‚unterm Strich’.

Was finde ich ‚unterm Strich’? Meine Brust schwindet ins Nichts! Ein enormer friedvoller Schlund – grenzenlos und leer.

Und doch – das Nichts ist nicht einfach nur leer, es ist auch gefüllt. Womit?

Es ist gefüllt mit allem oberhalb des ‚Strichs’.

Schau für dich selbst! Ist dein Körper auch kopflos?

Befinden sich deine Füße oben in deinem Blickfeld und die Brust unten? Wenn ja, ist dein Körper ‚verkehrt’ herum! Er steht auf dem Kopf, oder besser: dem Nicht-Kopf.

Richte deine Aufmerksamkeit nach unten in den Bereich, wo dein Körper verschwindet – am unteren Ende deines Blickfelds. Was befindet sich unterm Strich? Überhaupt etwas?

bottom-line-3Und was ist darüber?

Mit dieser Karte veranschaulicht Douglas Harding, dass sich ‚über dem unteren Strich’ die ganze Welt befindet. Vom Bereich ‚unterm Strich’ tritt dein kopfloser Körper zutage. Oberhalb und jenseits deines kopflosen Körpers ist der Bereich anderer Leute, einschließlich deines Spiegelbilds, und oberhalb und jenseits dieser Ebene sind die übrigen Lebewesen und der Rest unseres Planeten, dann kommen andere Planeten, andere Sterne, andere Galaxien ... Das ganze Universum befindet sich ‚über deinem unteren Strich’.


Bewusst zu sein bedeutet, das Mysterium unterm Strich – dieses Nicht-Ding-Sein – nicht zu übersehen. Es ist Sehen und Sein, Wer du wirklich bist – die Unendlichkeit, aus der die Welt ins Sein hinaufdrängt wie ein Geysir, der aus dem Grund herausschießt. Auch wenn der Grund deines Seins selbst kein Ding ist, befördert er doch alle Dinge in die Welt.

bottom-line-4Aus dieser Sicht – dem Standpunkt der 1. Person – erschaffe ich die Welt: ohne zu wissen wie, mühelos, ohne sagen zu können, was als nächstes von ‚unterm Strich’ hervorbricht. Schau! Dieser Moment explodiert gerade ins Sein aus dir selbst heraus.

Das 1. Person-Leben leben
Sich dessen bewusst zu sein, was unter deinem unteren Strich wie auch darüber ist, bedeutet ein tief gehend anderes Leben zu führen als das „bloß menschliche“ Leben. Es bedeutet, so unglaublich es klingt, Gottes Leben zu leben. Natürlich ist das ein inneres, geheimes Leben – niemand sonst sieht deine untere Linie, niemand sonst sieht, wie du die Welt aus Nichts hervorzauberst. Du weißt sehr wohl, dass du für andere nicht Gott bist! Du verwechselst deine individuelle Identität, dein Erscheinungsbild, nicht mit deiner tiefsten Identität, deiner innigsten Realität.

Aber welches dieser beiden Leben entspringt deiner direkten Erfahrung, und welches ist Hörensagen und aus zweiter Hand? Welches ist das Leben, das du tatsächlich lebst?

Welchen Unterschied macht es in deinem Leben, wenn du dir Dessen bewusst bist, was unter deinem unteren Strich ist? Finde es heraus! Entdecke, wie du mit Situationen umgehst, wenn du realisierst, dass sie aus deinem eigenen Sein auftauchen. Dein Sein ist nicht ein Produkt der Welt sondern ihr Ursprung. Mit anderen Worten: im Herzen deines Herzens bist du keine richtig-herum-aufrecht-stehende Person, eine Person mitten unter Dingen, verschlossen und begrenzt, ein Opfer der Umstände ... Du bist vielmehr der Ursprung, der Alleinige, die Quelle, aus der alle Dinge fließen. Sich dessen bewusst zu sein, macht den entscheidenden Unterschied aus.

Nimm zum Beispiel das Selbstwertgefühl: Welche bessere Medizin gegen ein schwaches Selbstbewusstsein könnte es geben, als diese unbegrenzte Macht und Herrlichkeit in dir zu entdecken? Eine Entdeckung, die naturgemäß von Demut und Hingabe begleitet wird, denn so verwunderlich deine innere Macht und Herrlichkeit auch sein mögen, sie sind nicht etwas, das du dir selbst zugute halten kannst. Sie erhöhen deinen menschlichen Status nicht um einen Iota. Du kannst deine Göttlichkeit weder anderen belegen noch deine Macht nach außen demonstrieren. Ich erinnere mich, wie Douglas Harding von einem Workshop mit kleinen Kindern erzählte. Er zitierte Meister Eckhart, der schlicht sagte: „Gott ist innen, ich bin außen.“ Ein Junge kommentierte, als er das hörte: „Und es macht dich gar nicht stolz!“

Douglas Harding:
Ich ende abwärts, zuunterst der Szenerie, in einer Leere, die unbesetzt und bilderlos und unvorstellbar ist, in absolut leerem Nichts. Hier komme ich nach eindeutiger Beweislage zu dem am sträflichsten übersehenen und unterbewerteten Flecken der Welt, zu dem Ort, der ein Nicht-Ort ist, dem Terminus der Termini, einzigartig, rätselhaft, das Mysterium, das meine demütigste Ehrerbietung mehr als verdient. Alle anderen Orte und Objekte, auf die ich stoße, haben auf
allen Seiten einen Hintergrund. Irgendwo hören sie auf und etwas anderes beginnt: wie groß sie auch sein mögen, sie befinden sich in einer Objektumgebung und in einem Umkreis – scharf oder verschwommen – an dessen Rand sie enden. Nur nicht dieses magische Hemd, das ich trage! Es ist, als ob sich entlang seinem Halskragen eine Art transzendenter Motte befände. Tatsächlich ist es aber nicht das Nagen einer Kreatur, sondern das nagende Mysterium der Schöpfung selbst. Ein göttliches Schachtelmännchen springt plötzlich als Etwas aus Nichts an einem Ort aus Nicht-Ort auf. Alle Dinge über dieser ultimativen unteren Linie – diese Schühchen da oben, dieser abgeschnittene Rumpf, und auch dieses vorhangartige Hemd auf drei seiner vier Seiten – sie alle sind normal insofern als sie auf etwas anderem aufsitzen. Das sind Dinge, mit denen ich umgehen kann, die innerhalb meines Fassungsvermögens liegen. Aber Dies zwingt mich in die Knie. Hier komme ich zu etwas, das auf nichts aufsitzt, zu einer offenen Lücke. Das ist wahrlich irregulär, abnormal, absurd – alles Ausdrücke, die zu schwach sind, um dieser Kuriosität gerecht zu werden. Hier ist die Linie, die alle Dinge unterzeichnet und unterstreicht, und die selbst wieder mit einer perfekten Korrekturflüssigkeit, die nur durch ihre Abwesenheit auffällt, unterzeichnet und unterstrichen wird. Darüber die Welt; darunter nicht einmal ein Staubkorn, noch (und das ist entscheidend hier) Raum für eines. (Head Off Stress)

Jetzt, wo ich nicht mehr so verdammt sicher bin, dass ich weiß, wie es ist, ich zu sein, wage ich neu zu beginnen und beuge mich der Evidenz. Wörtlich und metaphorisch verneige und verbeuge ich mich so tief, dass ich zum äußersten Rand von mir und meiner Welt komme, zum Unteren Strich, von wo alles aufsteigt. Eine Grenze, die mich nicht daran hindert, über sie hinauszublicken in die Unendliche Quelle von Allem, die sich strahlend offenbart, und doch auf Ehrfurcht gebietende Weise mysteriös bleibt. (The Trial of the Man who said he was God)

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Experiment

Zitate
Ich bin wieder in mir selbst. Ich ging weg, aber hier komme ich zurückgesegelt, die Füße in der Luft, umgekehrt stehend, wie ein Heiliger, der seine Augen vom Gebet öffnet: Jetzt. Der Raum, das Tischtuch, vertraute Gesichter ... Vereinigung mit dem Freund heißt nicht zu sein der zu warst, sondern Stille zu sein: ein Ort, eine Sicht, wo Sprache innerhalb des Sehens ist.
Rumi

Der Mensch ist dem Erscheinen nach ein Abkömmling der Welt, aber in Wirklichkeit der Ursprung der Welt. Rumi

In meinem eigenen Sein schaue ich fest auf den Schöpfer der Welt ... und ich vereinige mich mit Ihm. Symeon der Neue Theologe

Die Seele hat ein Licht in ihr, mit dem sie alle Dinge erschafft.
Meister Eckhart

Der Jünger sprach zum Meister: „Wie mag ich zum übersinnlichen Leben gelangen?“ Der Meister antwortete: „Wenn du dich einen Augenblick in das schwingest, da keine Kreatur wohnt, so hörst du, was Gott redet.“ Der Jünger: „Ist das nahe oder ferne?“ Der Meister: „Es ist in dir.“ Jacob Böhme

Wer sie (die Liebe) findet, der findet nichts und alles, das ist auch wahr, denn er findet einen übernatürlichen, übersinnlichen Ungrund, da keine Stätte zu ihrer Wohnung ist, und findet nichts, das ihr gleich sei. Darum kann man sie mit nichts vergleichen, denn sie ist tiefer als Seiendes. Darum ist sie allen Dingen ein Nichts, weil sie nicht fasslich ist. Und darum, dass sie nichts ist, so ist sie von allen Dingen frei und ist das einige Gute, das man nicht sprechen mag, was es sei. Jacob Böhme

Wie könnte eine Welt im Lehm des Körpers enthalten sein? Wie sollte ein Himmel in der Erde enthalten sein? Gott behüte! Du bist über diese Welt erhaben, zu Lebzeiten und genau jetzt. Rumi

Ein Mönch fragte Ch’ang-sha: „Wie kann man Berge und Flüsse und die Erde in Selbst verwandeln?“ „Wie kann man Selbst in Berge und Flüsse und die Erde verwandeln?“, erwiderte der Meister.

Ich habe kein Interesse an meiner zusammengesetzten Form. Ich habe keine Farbe mehr noch Greifbarkeit oder Größe; ich bin ein Fremder all diesen Dingen gegenüber. Nun siehst du mich, mein Kind, mit deinen Augen, und doch kannst du nicht verstehen, was ich bin, indem du mich anstarrst. Hermetica

Kommentar
Ich traf Douglas vor etwas 20 Jahren in Stockholm. Er hielt dort einen Workshop ab, der mein Leben verändern sollte. Sein Name stand ganz oben auf meiner Suchliste, als ich vor einigen Tagen im Web recherchierte. Zu meinem Erstaunen ist er immer noch dabei. Er muss über 90 sein! War ein interessanter Prozess (um es milde auszudrücken), seit ich meinen Kopf verlor. Schwierig, darüber mit meinen Freunden zu sprechen. Es hat meinen Stand im Leben komplett verändert. Oder sollte ich sagen, es hat mich fest und sicher auf den Kopf gestellt, während ich vorher wackelig auf den Beinen stand.
M.E. Sweden.

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