Sehen, wer du bistEin Workshop Experiment von Colin Oliver Aus der Zeitschrift �Share It�, erste Ausgabe Eine Präsentation die Douglas Harding und anderen Freunden viel verdankt Das Ziel dieser Notizen und der darin enthaltenen Hinweise ist deine Aufmerksamkeit auf das zu lenken mit dem du als kleines Kind vertraut warst, jedoch möglicherweise seitdem aus den Augen verloren hast: wer du wirklich bist. Der Ansatz ist einfach. Dein Finger ist ein Pfeil, Du bist das Ziel. Zeige auf deine Füße. Du siehst Füße. Zeige auf deine Knie. Du siehst Knie. Zeige auf deinen Bauch. Du siehst einen Bauch. Zeige auf deine Brust. Du siehst eine Brust. Zeige auf dein Gesicht. Du siehst... Wenn mich jemand anschaut, dann sieht er ein Gesicht. Wenn ich hierher schaue, dann finde ich überhaupt nichts. Meine zeigende Fingerspitze, die sich demjenigen nähert, von dem ich dachte, das es eine Stirn sei, verschwindet im Nichts. Was passiert mit deiner Fingerspitze? Wenn mich jemand anschaut, dann sieht er zwei Augen. In meiner eigenen Erfahrung finde ich nur eins. Jetzt zähle deine Augen. Aus wie vielen schaust du heraus? Vielleicht hast du ein einziges Auge, ganz aus Glas, und niemanden der hinausschaut. Schau dich selber an und schau einen Freund an und achte auf den Unterschied. Hier sind drei Fragen: Seht ihr euch von Angesicht zu Angesicht? Dein Freund hat ein Gesicht, doch hast du eines? Bist du nicht Raum, der offen für das Gesicht vor dir ist? Um es noch offensichtlicher zu machen besorge dir eine helle Tüte, ungefähr 30 cm groß, und schneide den Boden ab. Du hast einen Tunnel gebastelt. Platziere das Gesicht deines Freundes an dem einen Ende und deines am anderen Ende und schaut euch gegenseitig an. Zwei Fragen: Wie viele Gesichter siehst du in der Tüte? Ist dein Ende geschlossen, oder offen? Wenn du den Ort finden willst wo du dein Gesicht aufbewahrst, dann schau in den Spiegel. Der Ort, an dem du bist, ist klar und unmissverständlich. Wenn einmal der Groschen gefallen, deine Identität wiederentdeckt ist, dann ist sie verfügbar für dich zum Hineinsehen, wann immer du wünschst. Von außen gesehen scheinst du eine Person zu sein, doch von innen gesehen bist du luftig und leicht. Ist es möglich, dass das auf jeden zutrifft? So oft übersehen � hier ist unser gemeinsamer Grund auf dem wir alle eins sind. Du der so luftig bist, hast du irgendwelche Grenzen, irgendwelche Unterteilungen in innen und außen? Wenn dein Auge ein Fenster ist, hat es dann irgendeinen Rahmen? Ebenso wie du für das Gesicht deines Freundes offen bist, bist du nicht offen für alles? Unbegrenzt umfasst du die ganze Welt. Innen und außen werden eins. Sitze mit geschlossenen Augen und achte auf deinen Atem. In der Stille und Ruhe deines Seins erscheint die Empfindung deines Atems. Nun achte auf die Geräusche im Raum oder außerhalb des Raumes. Trennt dich irgendetwas vom Klopfen des Hammers oder dem Gesang des Vogels? Tauchen sie in dir auf, wie dein Atem? Du magst dich fragen, was mit deinen Gedanken und Gefühlen geschieht. Ohne eine Schachtel um sie irgendwo hineinzustecken � kommen und gehen sie nicht als ein Teil der Welt-Szenerie? Ich finde mich außerstande irgendeinen bestimmten Gedanken oder ein bestimmtes Gefühl festzuhalten. Da ich ohne Substanz bin, fehlen mir die Mittel dazu. Die Wahrheit darüber wer du wirklich ist, ist nackt und unveränderlich. Was sich verändert ist die Anerkennung dieser Wahrheit. Ein vorüberziehender Gedanke, der dir vielleicht einleuchtet, ist dieser: nichts hier ist jemals geboren worden. Wenn du in die Klarheit, die Geräumigkeit deines Seins blickst, kannst du eine Spur von irgendetwas anderem finden außer dem Ungeborenen? Aus dem Herzen der Dinge, genau dort wo du bist, wird alles geregelt. Ein Blatt entrollt sich, ein Baum wiegt sich im Wind. Dein Herz schlägt, deine Hand ergreift ein Werkzeug. Sei dir einfach des Raumes gewahr in dem es sich alles ereignet. Hier ist auch die Quelle von Liebe. Deine Freunde zu sein kann auf bemerkenswerte Weise so sein wie sie zu lieben. Sei offen und mit der Zeit kommt Liebe in die Welt. Es ist wahr, manchmal wird das alles auf eine trockene Weise erfahren. Zu anderen Zeiten nimmt die Welt die Welt eine Frische, eine Klarheit an, in der alle Dinge mit ihrer eigenen Existenz aufgeladen sind. Achte auf das Schälen einer Orange. Sei im Moment, wach für die Farbe der Orange, ihre Oberflächentextur, ihren Duft und ihren Geschmack. Achte darauf wohin die Stücke wandern, wenn du sie isst. Verschwinden sie in einem Mund? Ganz gleich bei welcher Aktivität, sehe, dass du niemals in Erscheinung trittst. Du kannst endlose Kreativität und Inspiration in dieser neuen Offenheit finden. Ein bisschen von dieser Kreativität mag in die Darstellung und Mitteilung dieser Wahrheit für andere fließen. Dies ist die Weise, in der das Eine sich selber feiert, sich an seiner eigenen wieder erneuernden Selbstentdeckung erfreut. Schau was geschieht. übersetzung: Dennis Wittrock |