Der Kopflose Weg
Eine Methode der Selbst-Erforschung
von Douglas Harding entwickelt
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Interview mit Douglas Harding von 1997

Geführt von Richard Lang

Teilnehmer einer Online-Diskussionsgruppe des Kopflosen Weges (lookforyourself) haben Richard Lang einige Fragen aufgegeben, die er Douglas Harding in einem Interview stellen sollte. Es waren Fragen zur Individualität im Zusammenhang mit
Dem der wir wirklich sind, zum Gebet (und der Aufgabe des Willens) und zu den Gefühlen. Hier ist eine Abschrift des Interviews:

Frage: „Hat die Erforschung und Entdeckung von Wer Ich Bin irgendeine psychologische Bedeutung für dich, und wie passt das in das Sehen von Dem was ich wirklich bin hinein? Ist es wichtig, sich als Individuum zu entwickeln, solange wir dabei nicht vergessen wer wir wirklich sind?“

Douglas Harding: Es scheint mir, dass es da zwei Bedeutungen des Ausdrucks „Wer bin ich?“ gibt. Die eine ist, wer Ich im Zentrum bin, in meiner Essenz, und die andere Bedeutung ist, wer ich als Person bin – wie ich als Person bin, wie ist mein Temperament, was ist meine Berufung etc.? Ich glaube, wenn ich die Frage nach dem wer Ich wirklich bin vernachlässige, und nur danach schaue, wer Douglas ist, tappe ich bei der Frage im Dunkeln. Ich bin abhängig von allen Arten von Spielen, Illusionen und sozialer Konditionierungen, die Douglas vor mir verdecken. Aber wenn ich sehe, wer Ich wirklich bin, glaube ich, dass wir dadurch als Person authentischer werden, natürlicher, mehr wir selbst. Ich habe bemerkt, dass diejenigen unter meinen Freunden, die sehr klar sehen, und dies auch sehr wertschätzen, nicht aufhören menschlich interessierte Individuen zu sein, eher noch mehr. Meiner Erfahrung nach ist das Beste was du tun kannst um ein authentischer Erdenbürger zu sein, um wahrhaft menschlich, wahrhaft individuell zu sein, ist zu sehen wer Ich wirklich bin. Wenn du zugunsten der menschlichen Person versäumst zu erkennen, wer Du wirklich bist, wird dieser Mensch leiden.

Richard Lang: Würdest du zustimmen, dass es wichtig ist auf einer menschlichen Ebene, herauszufinden, wer Du bist und wer du nicht bist?

DH: Ja, aber ich würde sagen, dass du es auf direktem Weg nicht leicht erkennen kannst. Ich würde sagen, es ist wichtig, herauszufinden wer du auf menschlicher Ebene bist, aber nicht als separate Übung. Es ist ein Nebenprodukt, eine Beigabe herauszufinden wer du wirklich bist. Bis ich nicht weiß, wer Ich wirklich bin, weiß ich nicht wer Douglas als Douglas ist. Ich glaube ich bekomme sehr wertvolle Einsichten in mich selbst, ich werde eine authentischere Person solange mein zentrales Interesse nicht diese Person ist.

RL: Warum wäre das so?

D.H.: Ich glaube ich bin ein rechter Einfaltspinsel! Mein Geheimnis ist das ich nur eine Antwort auf alle Fragen habe: Schau, wer die Frage stellt! Es ist also eine ganz einfache Sache diese Frage zu beantworten. Mich um Douglas als Person zu bemühen, ihn authentischer zu machen, nützlicher für die Welt, individueller- nun, strebe nicht danach. Wenn das dein Ziel ist, spielst du ein Spiel. Wenn du aber danach strebst, zu sehen wer du wirklich, wirklich bist, wird es für dein Menschsein sorgen. Und das ist nicht nur bei Douglas Harding so. Ich habe es bei meinen Freunden bemerkt, Freunde, die es schätzen zu wissen wer sie wirklich, wirklich sind – sie sind so anders. Es hat sie nicht zu Klonen oder Repliken von einem spirituellen Ideal gemacht. Sie bleiben sehr individuell – eher mehr sogar.

R.L.: Willst du damit sagen, dass sich deine natürliche Individualität erst so richtig zeigen kann, wenn du dich nicht einmischt?

D.H.: Ja, das will ich damit sagen. Und es ist wichtig, dass sie hervor scheint, aber es ist kein Ziel, für das man Übungen machen kann. Wenn du siehst, wer du wirklich bist, verlierst du einiges an Interesse daran, wie du auf andere wirkst. Du bist befreit von der ständigen Angst, ob du Leute beeindruckst oder nicht, ob deine Persönlichkeit vollwertig ist oder nicht. Ich glaube wirklich, dass die menschliche Persönlichkeit sehr viel besser ist, wenn du deine Aufmerksamkeit von deiner Person abziehst und dich für deine wahre Natur interessierst. Ich glaube schon, dass es wichtig ist herauszufinden, wer du als menschliches Wesen bist. Die Frage ist, wie mache ich das? Ich glaube eine direkte Betrachtung der Unwissenheit darüber wer du wirklich bist, ist nicht sehr fruchtbar.

R.L.: Aber du weißt doch zum Beispiel, das du ein Schriftsteller bist.

D.H.: Aber das ist doch eine ziemlich oberflächliche Sache oder?

R.L.: Aber das ist doch die Frageebene.

D.H.: Nun, ich sehe, wer Ich bin und ich schreibe darüber, ja. Aber das Schreiben ist eine Folge von diesem Sehen.

Frage: Ich habe mich oft gefragt, warum Douglas so selten über das Beten spricht. Das ist rätselhaft weil das Gebet in Religionen so üblich ist, fast universell. Warum sprichst und schreibst du so selten über das Beten?

D.H.: Nun, wir müssen zwischen zwei Arten von Gebeten unterscheiden. Da ist die eine Art von Gebet, in dem um etwas gebeten wird – darum, dass meine Bauchschmerzen besser werden oder das Wetter schöner wird oder dass jemand aufhören soll mich zu ärgern. Diese Art von bittendem Gebet interessiert mich nicht, ich glaube nicht, dass es hilfreich ist. Eventuell ist es das für einige Menschen. Es könnte wie Zauberei wirken, wenn du auf die Vorsehung vertraust, von jemandem da draußen, der diese Zauberei für dich ausübt. Aber das ist nichts für mich. Die andere Möglichkeit zu beten, die ganz anders ist, geht so: Nehmen wir an ich wünsche mir Gesundheit für jemanden, den ich sehr liebe oder für mich selbst, oder die Fähigkeit meinen Job auszuüben, so was in der Art - was wirklich sehr dankenswerte Bitten sind – aber am Schluss fügen wir immer hinzu: „Dein Wille geschehe“. Ich hätte dies gerne aber nicht mein Wille sondern Dein Wille geschehe. Dann fragt sich wer betet zu wem? Und natürlich richtest du deine Bitte letztendlich an den, der du wirklich bist. Es ist eine Art interner Vorgang innerhalb deiner wahren Identität und dieser ist nicht nur wichtig, sondern unerlässlich. Als ich mit Schmerzen im Krankenhaus lag, und das waren sehr schlimme Schmerzen, habe ich auf diese Art ein wenig gebetet.

R.L.: Wie kommt es, dass du so selten darüber sprichst oder schreibst?

D.H.: Ich glaube ich schreibe so selten darüber, weil es mir selten in den Sinn kommt. Ich würde es auch nicht wirklich beten nennen. Gebete wecken all diese anderen Assoziationen nach Bitten um Glück und das tut man einfach nicht. Man bittet nicht wirklich um Glück. Es ist doch offensichtlich, dass man weniger Schmerzen und mehr Freude haben will und für die Liebsten eine gute Gesundheit und gute Verfassung. Dieses Wünschen ist eine Art von Gebet, nehme ich an, aber es muss die Art von Beten sein, das wirkliches Gebet ist – damit will ich mich beschäftigen. Nicht darüber schreiben, sondern mich damit befassen, mit „gleichwohl, Dein Wille geschehe“. Im „Head Off Stress“ Buch unterscheide ich drei Stufen des Wollens. Das eine ist eine künstliche Sache, die ich haben will. Das zweite ist das, was ich wirklich will, was eventuell etwas ganz anderes ist als das, von dem was ich glaube, das ich das will und mein Benehmen kann auch entsprechend dem sein, von dem ich glaube das ich das will – es gibt also den künstlichen Willen, den tieferen psychologischen Willen, der vielleicht im Gegensatz zu dem steht von dem du glaubst, das du das willst, und du hast deinen tiefsten Willen, das ist der Wille dessen der du wirklich bist, und der Slogan ist hier: „Dein Wille geschehe.“

Frage: „Du legst jetzt mehr Gewicht als früher auf die Gefühle und das Herz. Gibt es etwas, das diesen Wechsel vom Sehen hin zum Sehen mit Gefühl ausgelöst hat? Gibt es extra Übungen, die anderen helfen können zu sehen und zu fühlen, so wie die alten Übungen so vielen Leuten geholfen haben zu sehen? Wenn nicht, wie könnten diese entwickelt werden?“

D.H.: Wir müssen sehr sorgfältig zwischen Sehen und Fühlen unterscheiden. Ich glaube der Punkt beim wahren Sehen ist, dass du es erleben kannst wenn du es willst. Du kannst immer einen Blick auf den werfen, der du wahrhaft bist, wie immer deine Stimmung auch gerade sein mag, wie gut oder wie schlecht du dich auch fühlst. Dies trifft nicht auf Gefühle zu. Ich kann Gefühle nicht bestellen. Ich kann nicht befehlen ein bestimmtes Gefühl zu haben. Wenn du das machst und scheinbar erfolg damit hast, ist das Gefühl nicht authentisch, das ist Selbstbetrug. Gefühle stellen sich spontan ein oder gar nicht. Wenn sie sich nicht auf natürliche Weise einstellen, wenn sie künstlich sind, lohnt es sich auch nicht, sie zu haben. Diese Übungen, wo du versuchst, Liebe usw. zu empfinden – ich weiß, Buddhisten machen das: Sie senden Liebe in alle Richtungen, sie senden Wellen der Liebe in den Kosmos – ich will das nicht kritisieren. Aber das ist nicht mein Weg, und es hat so ein künstliches Element, das die ganze Sache etwas schwächt. Aber ich wünsche ihnen viel Glück bei dem, was sie tun. Es ist nur nicht mein Weg.

Übungen, die die Empfindlichkeit des Herzens stärken. Ich glaube, das was wir tun können ist die Tatsache zu sehen, dass sich auf dem Weg vom Kind zum Teenager und Erwachsenen unser Schwerpunkt vom Herz und Bauch zum Kopf verlagert. Wir werden kopflastig und starrköpfig und zentrieren uns im Intellekt, in der Intelligenz, im Wissen usw. und wir verlieren den Kontakt zu unseren Gefühlen und unserem Herzen. Wenn wir erkennen, wer wir wirklich sind und unseren Kopf verlieren, verlagert sich unser Schwerpunkt nach unten. Was wir tun können ist wahrzunehmen, dass dies tatsächlich passiert und wir können erlauben, das es passiert und unsere Aufmerksamkeit darauf richten, das er sinkt. Es gibt eine Übung, die hier hilfreich ist in Bezug auf Gefühle: Hebe deine Arme vor dich und richte deine Aufmerksamkeit auf das, was du zwischen deinen Armen siehst. Das ist der Tunnelblick, besonders, wenn auf den Kerl im Spiegel blickst oder aber auf deine Probleme, in einer extrem kleinlichen und selbstsüchtigen Art und Weise. Wir sind nur mit unserem eigenen Wohlbefinden beschäftigt, der Rest der Welt interessiert nicht, außer wenn sie Auswirkungen auf das zentrale Objekt der Aufmerksamkeit hat, unsere eigene Befindlichkeit. Indem wir fortfahren, strikt geradeaus zu schauen, weiten wir unsere Arme und unser Blickfeld, bis unsere Arme fast verschwinden – wir können unsere Finger bewegen um zu sehen, wie weit wir gehen können, bis wir sie fast nicht mehr sehen. Sieh dir andere an, die das machen, sie umarmen nur einen winzigen Teil des Raumes. Aber schau auf dich selbst als die Erste Person und du hast die ganze Welt in deinen Händen. Zum Beweis sehe ich, wenn ich geradeaus blicke, dass meine linke und meine rechte Hand so weit auseinander sind wie Ost und West. Ich umarme die Welt. Das ist ein Experiment, das wir in Workshops machen und ich glaube, es ist hilfreich – so weit ich mich erinnere ist es die einzige Übung die sich gezielt auf Gefühle richtet. Aber beobachten, dem Schwerpunkt zu erlauben, tatsächlich zu sinken, es zu verstehen und zu integrieren ist hilfreich. Die andere Sache ist dies: fahre fort zu sehen, kümmere dich nicht um Gefühle - ich sehe, dass ich jetzt in deiner Gunst sinke. Ich sehe, dass dies passiert. Aber es hat Auswirkungen auf Gefühle, weil es bedeutet, dass ich bis sehr weit offen für dich bin. Das Sehen und das Fühlen sind tief miteinander verkoppelt. Spezielle Übungen nur für das Fühlen sind glaube ich nicht ratsam, eine Ersatzhandlung, die nicht wirklich überzeugt.

Du glaubst vielleicht, dass es nicht nur möglich ist, zu sehen, wer du bist, sondern auch, dass dieser Status aufrechterhalten werden kann (so dass die Wahrnehmung anhaltend ist, und du wirklich Zuhause bist und deine Abwesenheit wahrnehmen kannst, deine Klarheit, deine Offenheit) und trotzdem dein Herz der Welt gegenüber verschließen kannst. Das ist, glaube ich, nicht möglich. Ich glaube, dass dein Herz sich automatisch öffnet, wenn es dir gelingt Zuhause zu bleiben. Menschen, die als hartherzig gelten – ich selbst bin durch diesen besonderen Abschnitt meines Selbst gegangen – begnügen sich einfach mit Stippvisiten. Sie haben sich nicht Zuhause niedergelassen. Wenn sie es täten, würden sich ihre Herzen öffnen wie Blumen in der Sonne.

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